REVIEW: KINGDOMS OF AMALUR: RECKONING

Auch auf der letztjährigen E3 konnten wir eine kurze Präsentation zu EAs Kingdoms of Amalur Reckoning sehen, welches von 38 Studios entwickelt wurde. Dabei stellten wir fest, dass das Spiel im Konzept viele Ähnlichkeiten mit Biowares Dragon Age hat. Abgesehen davon ist die Story recht interessant und bietet Fans von Fantasy und RPG jede Menge spielerische Freiheiten. Mittlerweile ist die Finalversion des Titels bei uns im Testlabor eingetroffen und wir sagen euch, was Kingdoms of Amalur: Reckoning so bietet.
Es beginnt mit eurem Tod
Gleich nach einer kurzen Introsequenz, geht es zur Charaktererstellung. Zunächst wählt man eine von vier Klassen aus, die auf dem ersten Blick recht voneinander unterscheiden. So gibt es bei den Elfen eine rein magisch begabte Rasse namens Ljolsafar und eine namens Dokkalfar, die mehr als Meuchelmörder mit Magie bekannt ist. Bei den Menschen hingegen sind die Almain kriegerische Soldaten und die Varani sind Allrounder. Dann geht es auch schon zur optischen Individualisierung, es können Geschlecht, Hautfarbe, Frisur, Gesicht usw. angepasst werden. Schon hier merkt man die grosse Ähnlichkeit zu Biowares Dragon Age 2, auch was das Interface anbelangt. Nachdem man das Aussehen des Charakters bestätigt hat, kommt eine Sequenz, wo man sich als Leiche sieht. Diese wird gerade von zwei Zwergen in ein Loch geworfen und wenig später steht man von den Toten wieder auf. Um das kurz zu erklären, ein Wissenschaftler experimentiert gerade mit Seelen verstorbener Krieger in andere tote Körper zu füllen. Und hier ist man das erste Exemplar bei dem der Versuch geglückt ist. Jedoch hat diese Prozedur eine kleine Nebenwirkung: Gedächtnisverlust. Nun macht ihr es zum Ziel herauszufinden, wer euch ursprünglich getötet hat und demjenigen dann die gleiche Ehre zu erweisen.
Es ist irrelevant
Wie bereits erwähnt, könnt ihr zwischen verschiedene Rassen wählen, die in Sachen Kampfstil stark voneinander unterscheiden. Nun, das ist im Grunde ziemlich egal welche Wahl man getroffen hat, dem im Spiel steht es euch frei nachträglich und nach Belieben für etwas anderes zu entscheiden. Bei jedem Levelaufstieg habt ihr die Möglichkeit drei Talentpunkte in drei Fertigkeitsbäume Zauberkraft (Magier), Macht (Krieger) und Raffinesse (Schurke) zu investieren. Dabei ist es egal, wenn man die Punkte nur einem Baum vergibt oder sogar zwei bzw. alle drei. Ebenso könnt ihr alle zugewiesenen Punkte bei Bedarf neu verteilen. Das dürfte eingefleischten RPG-Fans jedoch nicht gefallen, weil es für die gefällten Entscheidungen keine Konsequenzen gibt. Auch was die Dialoge betrifft, ist es storymässig ziemlich egal, ob man zu jemandem nett oder böse gegenübersteht.
Was mache ich hier bloss?
Die Welt von Amalur ist gross, sehr gross sogar. Dies führt auch dazu, dass es auch ziemlich viele Nebenquests gibt, was leider nicht immer als positiv zu sehen ist. Was die Handlung zu Beginn betrifft, gibt es die offenen Fragen und die dadurch resultierende Spannung, jedoch nimmt diese Spannung recht schnell ab und man fragt sich nach gut rund zwölf Stunden Nebenquests, was das ganze überhaut soll und wie nochmal das Hauptziel lautet. Der Grund dafür ist, dass die Nebenquests wenig bis kaum etwas mit der Haupthandlung zu tun hat und man mit der Zeit den Faden verliert. Moderne RPGs wie Mass Effect oder Dragon Age 2 haben gezeigt, dass auch Quests neben der Haupthandlung einen Einfluss auf die Geschehnisse haben kann. So etwas gibt es in Kingdoms of Amalur nicht. So gesehen handelt es sich hier mehr um ein altes und klassisches RPG-Phänomen, welches man vor Jahren gekannt hat.
Sammeln und schmieden
Wer also stundenlang durch Amalur streift und fleissig Quests macht, findet regelmässig Items wie Rüstungen, Waffen, Tränke usw. Ab und zu erhält man auch seltene oder sogar einzigartige Gegenstände. Wer also seinen Charakter mit guten Sachen ausstatten möchte, muss viel Zeit investieren und die Geduld haben die stets ähnlichen Missionen und Höhlen immer wieder zu bewältigen. Immerhin muss man den Jungs und Mädels bei 38 Studios loben, dass sie mehr verschiedene Dungeons haben als es bei Dragon Age 2 der Fall war. Die gefundenen Gegenstände kann man bei Händlern verkaufen und mit dem Geld lassen sich wiederum gute Rüstungen und Waffen erwerben. Alternativ lassen sich diese Sachen auch selber schmieden, sofern man die einzelnen Rohstoffe besitzt. So oder so, wer einigermassen gut ausgestattet sein will, sollte sich etwa 30 Stunden mit Nebenmissionen beschäftigen.
Big Huge Engine
Kommen wir nun zum technischen Teil von Kingdoms of Amalur: Reckoning. Für dieses Spiel verwendeten die Entwickler die Big Huge Engine. Allgemein kann man sagen, dass die Spielwelt wirklich schön zu betrachten ist. Egal ob farbenfrohe Wälder, düstere Höhlen, tote Wüste, massive Festungen oder grosse Städte; die verschiedenen Gebiete machen stets einen guten Eindruck und überzeugen durch ihre einzigartigen Design und Farbenpracht. Betrachtet man jedoch die Welt aus der Nähe, sieht man die Kehrseite der Medaille: Das grösste Problem in Amalur sind die extrem verschwommenen Texturen. Besonders bei den Konversationen, wo die Kamera ein bisschen näher zoomt, sieht man es mehr als deutlich. Die Gesichtsausdrücke bei Gesprächen ist ebenso Fehlanzeige wie eine Kantenglättung bei allen Modellen. Auch die Kameraeinstellung bei Kämpfen ist meistens mühsam eingestellt, sodass sie nicht auf die Gegner fokussiert ist, sondern sonst irgendwo. Das manuelle Justieren ist dann doch recht Mühsam. Ansonsten hat die Engine gelegentlich mit Clippingfehler und komische Schattenwürfe zu kämpfen.
Etwas ernüchternder sieht es mit dem Sound aus. Die Hintergrundmusik verhält sich unauffällig und passt sehr gut zum Spiel. Wenn Feinde auftauchen und es zum Kampf kommt, hört man epische Musikstücke, was die Kämpfe dadurch noch besser macht. Charakteren, mit denen man sich unterhalten kann, wurden gut synchronisiert. Allerdings haben die restlichen NPCs einen recht beschränkten Wortschatz und sagen immer nur dasselbe. Hinzu kommt noch, dass der Hauptcharakter überhaupt nicht sprechen kann.
Flüssiges Kampfsystem
Beim Kampfsystem kann Kingdoms of Amalur: Reckoning locker punkten, denn ein so durchdachtes und flüssiges Kampfsystem hat man noch nicht gesehen. Der Spieler kann immer gleichzeitig mit zwei Waffen ausgerüstet sein und hat zusätzlich einen Schild bei sich. Als Krieger hat man beispielsweise ein Langschwert als primäre und Pfeil und Bogen als sekundäre Waffe. Mit jeweils nur einem Knopf wählt man die gewünschte Waffe aus. Dadurch kämpft man in Echtzeit und muss fast nie ins Inventar gehen und eine andere Waffe wählen.
Fazit
Meinung von: Raptox
Meiner Meinung nach ist Kingdoms of Amalur: Reckoning einige Jahre zu spät erschienen. Denn die sich ständig wiederholenden Nebenquest wie „Hole mir Gegenstand X“ oder „Gehe in die Höhle Y und bringe Person Z um“ kennen wir doch nur aus alten und klassischen RPGs. Auch die Grafik wirkt mehr als veraltet. Farbenfrohe und abwechslungsreiche Welt in allen Ehren, doch was die matschigen Texturen und schlechte Kameraführung betreffen, ist doch alles ein Witz. Das horten von Items und die zahlreichen Nebenquest kommen mir wie in einem MMO vor. Kurz, viele Elemente von einem klassischen RPG sind vorhanden, doch ob das alles noch zeitgemäss ist, ist eine andere Frage. Trotzdem ist das Kampfsystem grossartig und es macht auch Spass, zumindest am Anfang. Jedoch nimmt dieser anfängliche Spass schnell ab und man verliert rasch das Interesse - Schade eigentlich.
Game Info
- Beschreibung
- Preview
- Review
- Achievements
- GenreAction RPG
- Entwickler38 Studios
- PublisherElectronic Arts
- Plattform



- Release09.02.2012
Bewertung
Argumente
Pro
- Grosse Spielwelt
- Viele Missionen
- Flüssiges Kampfsystem
- Gute Sprachausgabe
- Farbenfrohes Setting
- Abwechlungsreiche Gebiete
- Spannende Story...
Contra
- ... die nach paar Stunden stark nachlässt
- Schlechte Kameraführung
- Matschige Texturen
- NPCs sagen immer nur das gleiche
- Wiederholende Nebenquests
- Mühsames Sammeln der Items
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